Kurz gesagt: Private Haushalte zahlten im ersten Halbjahr 2026 laut Statistischem Bundesamt im Schnitt 11,58 Cent je Kilowattstunde Erdgas und 37,97 Cent je Kilowattstunde Strom, beides etwas weniger als im Halbjahr davor. Im Gaspreis steckt der nationale CO2-Preis, der 2026 in einem Korridor von 55 bis 65 Euro je Tonne liegt. Der Bundestag hat am 15. Oktober 2026 beschlossen, diesen Korridor auch 2027 beizubehalten, weil der europäische Emissionshandel für Gebäude und Verkehr (ETS 2) erst 2028 startet. Für einen Haushalt mit 20.000 kWh Gasverbrauch macht der CO2-Preis nach unserer Rechnung rund 240 bis 310 Euro im Jahr aus.
Stand: Oktober 2026. Preise: Destatis, Pressemitteilung Nr. 345 vom 30. September 2026. CO2-Preis: Deutscher Bundestag, Beschluss zur Änderung des Brennstoffemissionshandelsgesetzes (BEHG) vom 15. Oktober 2026. Netzentgelte für Wärmepumpen: Bundesnetzagentur. Eigene Rechenbeispiele sind als solche gekennzeichnet.
Gas- und Strompreise 2026 im Überblick
| Durchschnittspreis private Haushalte | 1. Halbjahr 2026 | Veränderung zum 2. Halbjahr 2025 |
|---|---|---|
| Erdgas | 11,58 ct/kWh | −5,3 % |
| Strom | 37,97 ct/kWh | −6,4 % |
Die Durchschnittswerte enthalten alle Bestandteile: Energie, Netzentgelte, Steuern, Abgaben und Umlagen. Beim Strom sanken vor allem die Netzentgelte, weil der Bund die Übertragungsnetzbetreiber bezuschusst. Beim Gas entlastete der Wegfall der Gasspeicherumlage. Trotzdem liegt Erdgas nach Angaben von Destatis noch rund 80 Prozent über dem Niveau des ersten Halbjahres 2021, Strom gut 16 Prozent darüber. Ihr eigener Tarif kann je nach Anbieter, Region und Vertragsbeginn deutlich abweichen.
So funktioniert der CO2-Preis auf Heizöl und Erdgas
Seit 2021 müssen Unternehmen, die Heizöl, Erdgas und Kraftstoffe in Verkehr bringen, nach dem Brennstoffemissionshandelsgesetz für jede Tonne CO2 ein Zertifikat kaufen. Die Kosten geben sie an die Kunden weiter. Bis 2025 galt ein Festpreis (zuletzt 55 Euro je Tonne), 2026 werden die Zertifikate in einem Preiskorridor von 55 bis 65 Euro versteigert.
Ursprünglich sollte der deutsche Preis 2027 in den neuen europäischen Emissionshandel ETS 2 übergehen. Weil die EU dessen Start auf 2028 verschoben hat, hat der Bundestag am 15. Oktober 2026 eine BEHG-Änderung beschlossen: Auch 2027 bleibt der Korridor bei 55 bis 65 Euro je Tonne. Ab 2028 bildet sich der Preis dann am europäischen Markt. Wie hoch er dort liegen wird, kann heute niemand seriös sagen; die EU hat Mechanismen eingebaut, die starke Preissprünge dämpfen sollen.
Was der CO2-Preis Sie kostet (Rechenbeispiel)
Erdgas verursacht nach den Emissionsfaktoren des Emissionshandels rund 0,18 bis 0,2 kg CO2 je abgerechneter Kilowattstunde (je nachdem, ob auf Brenn- oder Heizwert bezogen), Heizöl rund 2,65 kg je Liter. Daraus ergibt sich, eigene Rechnung, inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer:
| Brennstoff | bei 55 €/t | bei 65 €/t |
|---|---|---|
| Erdgas je kWh | ca. 1,2 bis 1,3 ct | ca. 1,4 bis 1,6 ct |
| Heizöl je Liter | ca. 17 ct | ca. 20 ct |
| Haushalt mit 20.000 kWh Gas pro Jahr | ca. 240 bis 260 € | ca. 280 bis 310 € |
| Haushalt mit 2.000 l Heizöl pro Jahr | ca. 350 € | ca. 410 € |
Vermieter tragen nach dem CO2-Kostenaufteilungsgesetz je nach Effizienz des Gebäudes einen Teil dieser Kosten. Mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz sollen zudem bei neu eingebauten Gas- und Ölheizungen in Mietwohnungen die Heizkosten zwischen Mieter und Vermieter aufgeteilt werden.
Wärmepumpentarif und reduzierte Netzentgelte
Für Wärmepumpen bieten viele Versorger eigene Tarife an, die meist unter dem normalen Haushaltsstrompreis liegen. Dazu kommt eine Entlastung bei den Netzentgelten nach § 14a Energiewirtschaftsgesetz: Wärmepumpen, die seit 2024 in Betrieb gehen, gelten als steuerbare Verbrauchseinrichtung. Der Netzbetreiber darf ihre Leistung in Engpässen kurzzeitig drosseln (eine Mindestleistung bleibt immer erhalten), dafür zahlen Sie weniger Netzentgelt. Die Bundesnetzagentur sieht drei Module vor:
- Modul 1: eine pauschale jährliche Reduzierung des Netzentgelts, ohne separaten Zähler.
- Modul 2: eine prozentuale Reduzierung des Arbeitspreises des Netzentgelts um 60 Prozent, mit separatem Zähler für die Wärmepumpe.
- Modul 3: zeitvariable Netzentgelte zusätzlich zu Modul 1, mit günstigeren Zeitfenstern; setzt einen intelligenten Zähler voraus.
Welches Modul sich rechnet, hängt vom Verbrauch und vom Netzbetreiber ab. Ältere Wärmepumpen mit bestehendem Wärmepumpentarif behalten ihren Vertrag in der Regel.
Gas oder Wärmepumpe: was eine Kilowattstunde Wärme kostet
Ein einfacher Vergleich, eigene Rechnung mit den Destatis-Durchschnittspreisen: Eine Gas-Brennwerttherme mit rund 90 Prozent Nutzungsgrad erzeugt eine Kilowattstunde Wärme für etwa 12,9 Cent. Eine Wärmepumpe mit einer Jahresarbeitszahl von 3 braucht für dieselbe Wärme ein Drittel Kilowattstunde Strom, also 12,7 Cent zum Haushaltsstrompreis, mit einem günstigeren Wärmepumpentarif entsprechend weniger. Steigt der CO2-Preis ab 2028, verschiebt sich die Rechnung weiter zugunsten der Wärmepumpe. Entscheidend ist aber die tatsächliche Jahresarbeitszahl, und die hängt von Vorlauftemperatur und Heizkörpern ab; siehe Wärmepumpe mit Heizkörpern.
Was Sie jetzt tun können, ohne gleich die Heizung zu tauschen
- Heizung warten und Defekte beheben: Eine defekte Umwälzpumpe, ein verkalkter Wärmetauscher oder falsch messende Temperaturfühler treiben den Verbrauch.
- Heizkörper und Thermostate: Funktionierende Thermostate und ein hydraulischer Abgleich verteilen die Wärme gleichmäßig; kalte Heizkörper deuten auf Luft oder eine schwache Pumpe hin, siehe Heizkörper bleiben kalt.
- Tarif prüfen: Ein Anbieterwechsel bringt oft mehr als jede Einzelmaßnahme.
- Langfristig planen: Wer über einen Umstieg nachdenkt, findet die Zuschüsse in Heizungsförderung 2026 und die rechtliche Lage in Heizungsgesetz 2026.
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Häufige Fragen
Wie hoch ist der CO2-Preis 2026 und 2027?
2026 werden die Zertifikate in einem Korridor von 55 bis 65 Euro je Tonne versteigert. Der Bundestag hat am 15. Oktober 2026 beschlossen, dass dieser Korridor auch 2027 gilt. Ab 2028 gilt der europäische Emissionshandel ETS 2.
Wie viel kostet mich der CO2-Preis beim Heizen mit Gas?
Nach eigener Rechnung rund 1,2 bis 1,6 Cent je Kilowattstunde inklusive Mehrwertsteuer. Bei 20.000 kWh Jahresverbrauch sind das etwa 240 bis 310 Euro.
Was kostet Gas für Privathaushalte 2026?
Laut Destatis im ersten Halbjahr 2026 durchschnittlich 11,58 Cent je Kilowattstunde, 5,3 Prozent weniger als im zweiten Halbjahr 2025. Strom kostete im Schnitt 37,97 Cent je Kilowattstunde.
Was ist Modul 2 beim Wärmepumpenstrom?
Bei Modul 2 nach § 14a EnWG wird der Arbeitspreis des Netzentgelts für die Wärmepumpe um 60 Prozent reduziert. Dafür ist ein separater Zähler nötig.
Startet der ETS 2 im Jahr 2027?
Nein. Der Start des europäischen Emissionshandels für Gebäude und Verkehr wurde auf 2028 verschoben. Bis dahin gilt in Deutschland weiter der nationale CO2-Preis.
Quellen
- Statistisches Bundesamt (Destatis), Pressemitteilung Nr. 345 vom 30.09.2026: destatis.de
- Deutscher Bundestag, Änderung des Brennstoffemissionshandelsgesetzes (15.10.2026): bundestag.de
- Bundesnetzagentur, steuerbare Verbrauchseinrichtungen nach § 14a EnWG: bundesnetzagentur.de
- Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt), nationaler Emissionshandel: dehst.de